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Segelkurse für Kinder

Nase im Wind: Skipper von Morgen lernen Segeln auf dem Möhnesee

Feuchte Angelegenheit. Wasser von unten und von oben. Windstärke: Keine Ahnung, aber durchaus – für Landratten – ganz schön kräftig. Macht nichts. Genau deshalb ist Marius ja hier. Segeln lernen will er, der Achtjährige, Spaß mit der Truppe haben und spüren, wie er die Naturelemente auf seinem Optimisten, dem kleinsten aller Segelboote, beherrschen kann. Egal, ob es regnet, die Sonne scheint oder die Gischt von unten Wasser ins Boot schwappen lässt.

Ein Treiben wie im Taubenschlag. Kein Wunder. Heute ist Abschlussprüfung, und am Ende soll das Papier der Begierde stehen: der Jüngstenführerschein. Eine Woche haben sie geübt mit ihrem Segellehrer Sven Höcker. Haben Theorie gebüffelt, Knoten geübt und – natürlich – viel gesegelt. Der Möhnesee, sagt Sven Höcker, sei ein optimales Übungsgelände. Viele stolze Skipper haben ihre ersten Schritte unter seiner Anleitung gewagt. „Mit den Kindern macht es aber am meisten Spaß, sie sind eben draufgängerisch und lernen die Abläufe in diesem Sport ganz schnell“, sagt der DSV-Lehrer, der mit seiner Segelschule unweit der Körbecker Freizeitanlage residiert, direkt am Möhnestrand.

Vor das fast lautlosen Gleiten übers Wasser haben die Götter aber den Schweiß gesetzt. Und das bedeutet auch für die jüngsten Segelkids, erst einmal das Schiff fertig zu machen, die Schwimmweste festzuzurren, auf den Segellehrer zu hören. Klare Augen, gespannte Erwartungen: Kaum schippert Sven Höcker los, folgen ihm wie an einer Perlenkette die kleinen Optimisten mit ihren kleinen und unüberschaubar bunten Segeln. Marius sitzt an der Pinne, seinen Lehrer immer genau vor sich. Nase im Wind, „Gefühl für das Segeln entwickeln“, wie Sven Höcker sagt – so geht es im Entenmarsch erst einmal zum Südufer des Westfälischen Meeres über die leicht gekräuselte Wasseroberfläche.

Fortgeschrittene wie Marius haben auch die Wende längst intus und wissen, wie das Schiff um die Ecke muss. So geht das eine ganze Weile, und alle sind mit Haut und Haaren und voller Konzentration dabei. „Segeln ist auch Teamarbeit, und das lernen alle unsere Kursteilnehmer bei uns ganz nebenbei“, unterstreicht Höcker, immer ein wachsames Auge auf den Segelnachwuchs.

Kurz darauf sind die Kinder müde und nass bis auf die Knochen. Vor allem aber sind sie glücklich über ihre Leistungen. Bevor es unter die Duschen geht, folgt der heimliche Höhepunkt eines jeden Segeltörns – das Kentern steht auf dem Stundenplan. Hört sich schlimmer an als es ist, denn auch hier gilt: Wer es einmal richtig geübt hat, weiß, wie es funktioniert. Auf jeden Fall haben alle einen Riesenspaß bei dieser Übung.

Nach der Praxis folgt – in trockenen Klamotten – dann die Theorie. „Wer den Jüngstenführerschein erlangen möchte, muss bei uns neben den praktischen auch die theoretischen Kenntnisse nachweisen“, unterstreicht Sven Höcker, der die Segelschule zusammen mit vier weiteren Segellehrern leitet. Kaum liegen die Fragebogen vor den Kindern, die alle zwischen sieben und zwölf Jahren alt sind, wird die lärmende Segeltruppe mucksmäuschenstill. Kein Wunder, denn das Ziel allen Lernens liegt vorne beim Segellehrer auf dem Pult: der Jüngstenführerschein. Stolz sind die Kinder – „ist doch super, oder“, fragt Marius nach. Klar ist es das.

„Eine ganze Reihe unserer Segelschüler bleiben dem Sport treu, wechseln später auf die Jolle oder eine richtig große Segelyacht. Talentierte Segler vermitteln wir in die Vereine, wo sie sich dann immer weiter verbessern können“, verweist Höcker auf viele Talente, die durch seine Hände gegangen sind. Spaß am Wassersport zu haben, bleibt aber die Leitlinie. Lernen einfach so, ohne Zwang, ohne Druck. Schließlich macht Segeln auf dem Westfälischen Meer, dem Möhnesee, einfach Riesenspaß. Und wenn Mama und Papa den Eleven vom Ufer aus bei den ersten Versuchen auf dem Wasser zuschauen und perfekte Wenden bestaunen, ist das auch eine feine Sache.

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